Zeittafel zur Geschichte der Juden in der Steiermark
Zeittafel zur Geschichte der Juden in der Steiermark

Quelle: "Es gibt nur einen Gott und eine Menschheit" W. Sotill - Styria Verlag, 2001

  • 1147 Erste urkundliche Erwähnung der "villa ad judeos", des Judendorfes bei Straßengel, im Norden von Graz;
  • Nach 1160 Zuzug von Judendorf nach Graz; südlich des heutigen Hauptplatzes entsteht ein abgeschlossenes Wohnviertel und wahrscheinlich auch eine Synagoge zwischen den heutigen Häusern Herrengasse 26 (Thonethof) und Frauengasse 3 (Gasthof "Zur schiefen Laterne");
  • 1261 Erste urkundliche Erwähnung von Juden in Graz;
  • 1439 Erste Judenausweisung und Auflösung des jüdischen Wohnviertels;
  • 1447 Aufhebung der Judensperre und erneuter Zuzug;
  • 1497 - 1848 Judensperre;
  • 1783 Zeitweilige Aufenthaltsmöglichkeit durch das Hofdekret Kaiser Josephs II., das In- und Ausländern "christlicher oder anderer Religionen" erlaubte, Jahrmärkte für Ein- und Verkauf aufzusuchen;
  • 1848 Theoretische Gleichberechtigung und bürgerliche Rechte für alle Staatsangehörigen unabhängig von ihrer Religion. Erster Zuzug von Juden aus dem südlichen Burgenland; offiziell befinden sie sich allerdings nur "auf der Durchreise";
  • 1861 Statutenänderung der Stadt Graz; nun war es Juden auch gesetzlich möglich, die Nacht über in Graz zu bleiben;
  • 1861 - 1865 In den Extrazimmern der Gasthäuser "Zum Luftschützen" und "Zum Hasen" finden die allsabbatlichen Gottesdienste für die jüdische Gemeinde statt;
  • 1863 Konstituierung der Israelitischen Korporation;
  • 1865 - 1892 Im "Withalms Coliseum" in der Zimmerplatzgasse (Heute: Gebietskrankenkasse) befindet sich ein ständiger Gebetsraum;
  • 1867 Nach dem Staatsgrundgesetz sind die Juden Österreichs gleichberechtigte Bürger;
  • 1869 Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde in Graz;
  • 1870 lebten ca. 250 Juden in Graz;
  • 1880 lebten ca. 1210 Juden in Graz; 
  • 1887 Ankauf des Grundstückes Grieskai 58;
  • 1892 Einweihung der Synagoge in Graz (Planung: Arch. Maximilian Katscher); der damalige Rabbiner Dr. Samuel Mühsam macht sich besonders verdient um den Neubau;
  • 1910 Die Kultusgemeinde erreicht ihren Höchststand von 1971 Mitgliedern, was ca. 1,3 Prozent der Grazer Bevölkerung entspricht. Am jüdischen Friedhof wird die Zeremonienhalle eingeweiht;
  • 14. Februar 1938 Auslagen jüdischer Geschäfte werden eingeschlagen;
  • 11./12. März 1938 Machtergreifung der Nationalsozialisten, erste Verhaftungswelle
  • 21. März 1938 Mitgliedsverzeichnis (ca. 2500 Juden leben in Graz) und Kultgegenstände werden beschlagnahmt;
  • Mai 1938 Badeverbot für Juden im "Bad zur Sonne", Schulverbot für jüdische Kinder, Auflösung der jüdischen Vereine;
  • Bis 4. November 1938 waren 417 Grazer Juden nach Palästina ausgewandert;
  • 9./10. November 1938 Novemberpogrom "Reichskristallnacht". Synagoge und Zeremonienhalle werden von SA-Männern zerstört und in Brand gesteckt; über 300 Grazer Juden werden ins KZ Dachau transportiert
  • 17. April 1939 Die jüdischen Bürger - 305 Personen - werden aus ihren Wohnungen vertrieben
  • Frühjahr 1940 Graz erklärt sich "judenfrei"; 
  • 1945 Rückkehr einiger weniger Mitglieder der jüdischen Gemeinde und Neubeginn;
  • 1969 Umbau und Neugestaltung des Betsaales am Grieskai 58;
  • 1988 Errichtung eines Gedenksteines am Platz der ehemaligen Synagoge am Grieskai;
  • 21. Oktober 1998 Einstimmiger Beschluss des Grazer Stadtparlaments eine neue Synagoge zu bauen; Baubeginn der neuen Synagoge (Architektenehepaar DI. Ingrid und DI. Jörg Mayr);
  • 9. November 2000 Übergabe der neuen Synagoge an die Grazer Kultusgemeinde unter Präsident Konsul Kurt David Brühl
  • 2016 Der Vizepräsident des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs Präsident KV MMag. Elie Rosen übernimmt die Leitung der Jüdischen Gemeinde in Graz
Facebook Twitter Google+
×

Log in

×

Bleiben wir in Verbindung

Wenn Sie über kulturelle Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinde Graz informiert werden möchten, können Sie sich in unserem Kulturverteiler aufnehmen lassen.

Jetzt abonnieren