Aktuelles

Graz, 14. Dezember 2016

„Synagoge erLeben“ – Jüdische Gemeinde öffnet ihr Gotteshaus


Einen neuen Weg der Öffnung der Grazer Synagoge und der Vermittlung von Wissen über die jüdische Religion beschreitet die Jüdische Gemeinde unter ihrem neuen Präsidenten. Unter dem Motto „Synagoge erleben“ präsentierte Elie ROSEN am Dienstag ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für alle Schulstufen, Schultypen, Erwachsenenbildungseinrichtungen und Vereine.

 

Das Angebot umfasst eine Vielzahl von Synagogenführungen, Vorträgen, Seminaren und Workshops, die modulartig miteinander kombiniert werden können, wobei das Gebetshaus, die Begegnung und das Kennenlernen der Gegenstände zum Judentum im Vordergrund stehen.  Bei „Synagoge erLeben“ kann man mehr erfahren über die hebräische Sprache, den jüdischen Kalender, Feste im Judentum, die Torah und vieles mehr. Schriftliche Informationen und koschere Gummibären runden das Vermittlungsprogramm ab. Jeder Führung geht im neuen Programm der jüdischen Gemeinde ein Gespräch mit den Interessenten voraus, dass dazu dienen soll, individuelle Bedürfnisse bzw. Interessen von Gruppen abzuklären.

 

Mit dem gemeinsam mit dem steirischen Landesrabbinat und der Grazerin Mag.a Kathrin Ruth Lauppert-Scholz entwickelten neuen Bildungsprogramm gehe es der Jüdischen Gemeinde, so Präsident Rosen, darum, die Synagoge verstärkt für nichtjüdisches Publikum zu öffnen, diese erlebbar zu machen und einen von der Wissensvermittlung über den Holocaust losgelösten positiven Zugang zum Judentum zu erreichen. Mit dem nunmehrigen Angebot komme man einem vielfach geäußerten Interesse nach. Die Jüdische Gemeinde freue sich nunmehr auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Einrichtungen in Graz. So sollen die Führungen durch die Grazer Synagoge in Zukunft etwa auch mit Stadtspaziergängen oder etwa den Stolpersteinspaziergängen kombinierbar sein.

Graz, 14. November 2016

Treffen des Trialogforums in der Jüdischen Gemeinde Graz


Auf Einladung des Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, Kultusrat MMag. Elie ROSEN, kam das Grazer Trialogforum heute in den Räumlichkeiten des Präsidiums am David Herzog Platz zu einer Sitzung zusammen.

 

Von den Teilnehmern, Stadtpfarrprobst Can. Mag. Christian Leibnitz, Superintendent Mag. Hermann Miklas, Vorsitzender FI Ali Kurtgöz, Altbürgermeister Alfred Stingl, DI Helmut Strobl und Elie ROSEN, besprochen wurden aktuelle Themen, so insbesondere das Projekt der Stadt Graz zur Einrichtung eines interreligiösen Zentrums in den Räumlichkeiten der sogenannten Tennenmälzerei der Reininghausgründe.

Graz, 10. November 2016

Neue Wege zwischen Moslems und Juden in Graz


Ali KURTGÖZ, Elie ROSEN , Edvad FELIC
Ali KURTGÖZ, Elie ROSEN , Edvad FELIC

Einen neuen Weg des Dialogs beschreiten, nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten, die Jüdische Gemeinde Graz und die Islamische Religionsgemeinde. Bereits unmittelbar nach dem Amtsantritt des neuen Geschäftsträgers Elie Rosens im März dieses Jahres, kam es zur Aufnahme der Kontakte und zu ersten Gesprächen. Mit einem offiziellen Besuchs Rosens in der Bosnischen Moschee in der Gmeinstrasse, setzte dieser nun auch bewusst ein außenwirksames Zeichen. Es ist der erste Besuch eines Oberhauptes der Jüdischen Gemeinde Graz in einer Moschee der Landeshauptstadt. 

 

Rosen nahm in Begleitung des Vorsitzenden der Islamischen Religionsgemeinde Ali KURTGÖZ, nach vorangegangenen Gesprächen mit Imam Sabahudin HASIC und dem Obmann des Verbandes Bosniakisch Islamischer Vereine Edvad FELIC, am Freitaggebet teil. KURTGÖZ selbst wiederum hatte Mittwoch zuvor den Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des Novemberpogromgedenkens in der Grazer Synagoge beigewohnt. Es gehe, so Rosen, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen und um einen von Sensibilität geprägten respektvollen Umgang mit den Werten und Anliegen des Gegenübers.

 

KURTGÖZ und ROSEN streben in naher Zukunft eine Kooperation und einen Austausch in kulturellen Belangen an. Auftakt bildet dabei die Präsentation des Buches „ Eine Reise nach Jerusalem: ein Imam und ein Rabbiner unterwegs.“ (Amalthea Verlag) am 14. Dezember 2016 im Grazer Literaturhaus.

Graz, 9. November 2016

Gedenkakt anlässlich des Novemberpogroms


Mit einem eindrucksvollen Gedenkakt begingen neben anderen Besuchern Vertreter aus Religion und Politik am 9. November in der Grazer Synagoge den Jahrestag des Novemberpogroms vom 9. November 1938. Im Zentrum des Abends stand dabei die Aufführung des Filmes „Die letzten Zeugen“ nach der gleichnamigen Burgtheaterproduktion und in Anwesenheit der Zeitzeugin Drin Lucia HEILMAN, der Mutter unseres Gemeindemitgliedes Monika SCHÖFFER. Den zweiten Teil der Veranstaltung bildete die Präsentation von Bildern des Malers Manfred BOCKELMANN aus dessen Serie „Zeichnen gegen das Vergessen“ im Gemeindezentrum. Bockelmann, ein Bruder Udo JÜRGENS, widmet ein Teil seines Oeuvres bereits seit einer Reihe von Jahren der Portraitierung von Holocaustopfern. Der Einladung des neuen Präsidenten und Geschäftsträgers der Jüdischen Gemeinde MMag. Elie ROSEN fand überaus großen Zuspruch. Die Platzkapazität der Synagoge war zur Gänze ausgeschöpft. Für das Land Steiermark waren die Präsidentin des Landtages, Drin Bettina VOLLATH, sowie Bundesrat Gregor HAMMERL anwesend. Die Stadt Graz war durch Stadtrat Kurt HOHENSINNER sowie Vizebürgermeisterin Elke KAHR und zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates vertreten. Neben Vertretern der christlichen Kirchen war auch der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinde Steiermark, Ali KURTGÖZ, zugegen. Der Präsident der Jüdischen Gemeinde rief in seiner Ansprache in Erinnerung, dass zum Gedenken an die Ereignisse des Jahres 1938 auf Initiative der Stadt Graz und des Landes Steiermark am 9. November (2000) die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde übergeben worden war. Für die Jüdische Gemeinde markiere das Datum daher nunmehr auch einen Tag der Freude, der das Gedenken an die Ereignisse des Jahres 1938 aber nicht verdrängen könne und dürfe. Rosen betonte, die Jüdische Gemeinde verfolge mit Sorge, Zorn und Verbitterung die auch in Europa von Gewalt und Radikalismen geprägten gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Lehre aus dem Novemberpogromgedenken müsse sein, die liberalen Werte unserer Gesellschaft und Menschenwürde nie aus den Augen zu verlieren. Das Gespenst der Menschenverachtung lauere noch immer.

Graz, 2. November 2016

Gedenken an die jüdischen Frontsoldaten


Am 2. November 2016 fand auf dem jüdischen Friedhof Graz eine von der Militärkommandantur Steiermark getragene Gedenkfeier sowie Kranzniederlegung für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Frontsoldaten statt. Die Veranstaltung wird vom Militärkommando Steiermark bereits seit dem Jahre 1995 wiederkehrend durchgeführt und ist österreichweit in Dauer und Form die einzige dieser Art. Neben dem Militärkommandanten für die Steiermark Brigadier Mag. Heinz ZÖLLNER sprachen vor dem im Jahre 1935 nach den Plänen des Architekten Eugen SZEKELY ausgeführten und in einen Gräberhain von 48 Grabstellen integrierten Denkstein der Geschäftsträger der Jüdischen Gemeinde Graz, Präsident Kultusrat MMag. Elie ROSEN. Rabbiner Mag. Schlomo Hofmeister rezitierte das Maaleh Rachamim Gebet. Neben Abordnungen des österreichischen Bundesheeres mit der Militärmusikkapelle und den Traditionsverbänden zollte auch die steirische Politik der jüdischen Gemeinde bei dieser Gelegenheit in herausragender Weise und prominent Respekt. So nahmen an der Veranstaltung unter anderem etwa Landeshauptmann Hermann SCHÜTZENHÖFER, die Präsidentin des steirischen Landtages Dr. Bettina VOLLATH, der Bürgermeister der Landeshauptstadt Graz Mag. Siegfried NAGL, Vizebürgermeisterin Elke KAHR sowie Kultur-Stadträtin Lisa RÜCKER teil.

Graz, 25. April 2016

Besuch des Malers und Fotografen Manfred Bockelmann "Zeichnen gegen das Vergessen"


Am 25. April 2016 besuchte der österreichische Maler und Fotograf Manfred BOCKELMANN die Synagoge Graz. Bockelmann, der Bruder des verstorbenen Entertainers Udo Jürgens, zeigte unter dem Titel „Zeichnen gegen das Vergessen“ in den letzten Jahren großformatige Porträts, durchwegs Kohlezeichnungen, von Kindern und Jugendlichen, die zu Opfern des Nazi-Terrors wurden. Der Künstler will damit „Zeichen gegen das Vergessen“ setzen. Es geht ihm darum „zumindest einigen wenigen Namen und Nummern Gesichter zu geben, ein paar Menschen aus der Anonymität der Statistik herauszuheben“. In der Jüdischen Gemeinde Graz traf Bockelmann mit Geschäftsträger Präsident MMag. Elie ROSEN zusammen um mit diesem die Möglichkeit einer Ausstellung in den Räumlichkeiten der Synagoge anlässlich des diesjährigen Novemberprogromgedenkes zu diskutieren, worüber ein Übereinkommen getroffen wurde. 

Graz, 4. April 2016

Besuch der neuen Botschafterin des Staates Israel, Frau Talya Lador-Fresher


Am 4. April 2016 stattete die neue Botschafterin des Staates Israel in Österreich, Frau Talya LADOR-FRESHER, der Jüdischen Gemeinde Graz einen offiziellen Besuch ab. Empfangen wurde sie vom Geschäftsträger der Jüdischen Gemeinde Graz, KV MMag. Elie ROSEN, der einen Abriss zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde Graz zeichnete und die Botschafterin dabei durch Synagoge und Amtsräumlichkeiten am David Herzog Platz geleitete. Durch die Gedenkausstellung des HMZ führten Herr Thomas Szammer sowie Fr. Dr. Ruth KAUFMANN. In einem persönlichen Gespräch zwischen der Botschafterin und dem Geschäftsträger wurden vor allem aktuelle Themen der jüdischen Gemeinden in Österreich, das Verhältnis zu Israel und der aufkeimende Antisemitismus erörtert.