Purim International
Purim International
(c) Adloyada Holon

Am 14. Adar wird Purim gefeiert. Es ist der unterhaltsamste und aktionsreichste Tag des jüdischen Jahres. Der Name „Purim“ entstand aus dem persischen Wort „pur“ und bedeutet Los. Es erinnert an die wundersame Rettung des jüdischen Volkes vor mehr als zwei Tausend Jahren.

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In diesem Jahr beginnt Purim am Abend des 16. März 2022 und dauert bis Donnerstag, den 17. März. Nur in Jerusalem wird am 15. Adar „Shushan Purim“ gefeiert.

Kurz erzählt ist die ereignete sich die Geschichte von Purim etwa im 5. Jahrhundert v.d.Z. als das persische Reich von König Achaschwerosch regiert wurde. Persien erstreckte sich damals von Indien bis Äthiopien. Haman, der Minister des Königs war, hatte den Plan, alle Juden des persischen Reichs an einem bestimmten Tag, der durch ein Los ermittelt werden sollte, zu vernichten. Dieses Vorhaben wurde aber durch Königin Esther, sowie deren Onkel Mordechai verhindert, indem sie den König und seinen Hofstaat zu einem Festessen mit viel Wein einluden. König Achaschwerosch wurde umgestimmt und ließ danach Haman und seine Familie hinrichten. Für Juden wurden die Tage der Verzweiflung zu Festtagen, an denen einer dem anderen Geschenke übergab und den Armen Essen schickte.

Purim ist das Gedenken an die Befreiung der persischen Juden durch Königin Esther. In der Synagoge wird die Megillath Esther gelesen und wenn der Name Haman dabei erwähnt wird, machen die Synagogenbesucher Lärm oder drehen ihre Ratschen (lärmendes Spielzeug) als Zeichen gegen das Böse.

Ein alter Purim-Brauch ist es, dass sich Kinder verkleiden und die Charaktere der Befreiung darstellen. Heute werden alle möglichen Verkleidungen zu Purim getragen.

Zu Purim setzt man sich mit Familie und Freunden zu einem ausgiebigen Festmahl mit viel Wein zusammen. Üblicherweise beginnt die Mahlzeit am Nachmittag und dauert bis in die Abendstunden. Die Freude des Purimfestes soll dabei helfen, die üblichen Beschränkungen und Grenzen des Lebens zu überwinden und auf einer höheren spirituellen Ebene zu feiern.
Die Hamantaschen, ein traditionelles dreieckiges Gebäck mit süßer Füllung hat zu Purim ebenso eine bestimmte Bedeutung. Etymologisch könnte das Wort „Ho-Mohn Taschen“ aus dem Jiddischen kommen. Anderen Quellen entsprechend, ähnelt die Form dem Hut oder den Ohren Hamans.

Auf der ganzen Welt haben sich im Laufe der Zeit verschiedene lokale Bräuche der Feierlichkeiten zu Purim entwickelt.

In Wien veranstaltet die IKG für Kinder einen Kostümwettbewerb mit schönen Preisen. Auch Mischloach-Manot (Verschicken von Essenpaketen) und die Megilla-Lesung wird mit zusätzlicher bildlicher Unterstützung für Kinder im Stadttempel nicht fehlen.

 In New York, mit seiner sehr großen jüdischen Gemeinden, werden jedes Jahr Purim-Bälle an verschiedenen Orten veranstaltet. Der erste Purim Ball mit Kostümen in New York fand 1860 statt und war durch sein sehr hohes Spendenaufkommen ein sehr großer Erfolg, dessen Idee bis heute anhält.

Einer der begehrtesten und bekanntesten ist der Ball im Jüdischen Museum Manhattan, an dem mehr als 1000 Besucher teilnehmen. Alle diese Bälle sind Benefizveranstaltungen, deren Erlös Bedürftigen gespendet wird.

Neben den beliebten Bällen finden zu Purim in New York auch verschiedene Veranstaltungen jüdischer Synagogengemeinschaften statt. So stellt die Synagoge in Tribeca in ihrem Hof ein Zelt auf, in dem Kunsthandwerk und Pizza angeboten und mit Live-Musik unterhalten wird. Auch ein Kostümwettbewerb und ein Purim Shpiel wird veranstaltet. Eine Weinverkostung soll der Tradition folgen, soviel zu trinken, bis man nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann.

In TEL AVIV wird Purim, der beliebteste Feiertag des Landes, als eine der verrücktesten Partys gefeiert. Höhepunkt des Festivals ist das Straßenfest, das bis in die frühen Morgenstunden dauert. In bunten Kostümen wird viel gesungen und getanzt. Der Feiertag ist zwar ein eintägiges Ereignis, aber die Menschen feiern in ihren verrückten Outfits normalerweise eine ganze Woche. Die Bewohner von Tel Aviv nehmen das Kostümieren sehr ernst, was diese Feier so unterhaltsam und authentisch macht.

Das alljährliche Straßenfest in Tel Aviv ist die größte Purim-Veranstaltung. Riesige Menschenmengen singen, tanzen, essen, trinken und sind ausgelassen. Das Zentrum der Party ist der Kikar Hamedina, wo auch Konzerte von einigen bekannten Musikern stattfinden. Ein weiteres Ereignis in diesem Jahr nach den Pandemiebeschränkungen, ist der Purim Zombie Walk. Ausgelassene Zombies versammeln sich an der Ecke Ben-Zion Boulevard und King George Street und laufen danach in Zombie-Manier durch die Straßen.

In Jerusalem wird Purim einen Tag später gefeiert, als im Rest des Landes und heißt Shushan Purim. Gefeiert wird unter anderem in der Nachalot Street oder in der Nisim Bachar Street, aber auch die Purim Rave Party im Tower of David sind Teil des ausgelassenen Party-Programms in Jerusalem. Außerdem finden in den großen Museen zahlreiche Purim-Veranstaltungen statt.

Die traditionelle Purim-Feier Jerusalems ist am zentralen Safra-Platz. Hier ist auch die Parade „Adloyada“ und alle Arten von Straßenkunst zu sehen. In den Synagogen wird die Megillat Esther (das Buch Esther) gelesen. Darüber hinaus bringen die Menschen einander Geschenke und spenden Geld für wohltätige Zwecke, so dass es bei Shushan Purim nicht nur um Partys geht.

Die Umzugsparade „Adloyada“ steht in vielen israelischen Städten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die größten dieser Umzüge finden in Holon, Tel-Aviv und Haifa statt. Sie beginnen zumeist gegen Mittag und werden von Blaskapellen, Akrobaten, Jongleuren, Tänzern und Festwagen mit lustigen Riesenpuppen aus dem Buch Esther oder aus aktuellen Ereignissen begleitet. Es ist ein farbenfrohes Fest für Einheimische und Touristen.

Purim Sameach!

 

 Bilder © Adloyada Holon

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Letzte Änderung amMontag, 04 April 2022 09:46
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